60-er-Jahre, 70-er-Jahre: Wirtschaftswunder, Kalter Krieg, Diktaturen, Wohlstand, der nicht reich macht...
Otto Bruderer gehörte nicht zu den Künstlern, die sich ins Märchenreich des Schönen flüchteten, obwohl er in diesem Reich gern Heimat nahm. Er wollte den Blick nicht abwenden von Armut und Elend und wollte hinter die Kulissen des materiellen Wohlstandes schauen.
Nicht nur schauen, sondern auch schauen lassen.
Der Künstler darf selber nicht einer sein, der wegblickt. Und er will vielen die Augen öffnen.
Bruderers zeitkritische Bilder sind wiederum so zeitlos, dass sie bis heute ihre Aktualität nicht verloren haben.